Ratgeber
Grundsteuer in Gelsenkirchen: Was Eigentümer wissen müssen
Die Grundsteuer in Gelsenkirchen hat einen neuen Hebesatz. Für alle Grundstücke gilt jetzt ein einheitlicher Satz: Grundsteuer B 980 %, Grundsteuer A 605 %, rückwirkend ab dem 1. Januar. Für Wohngrundstücke steigt die Grundsteuer damit um rund 41 %.
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Kurz gesagtDer Grundsteuer-Hebesatz in Gelsenkirchen beträgt aktuell einheitlich 980 % (B) und 605 % (A); Wohngrundstücke zahlen damit rund 41 % mehr als vorher.
Was hat sich bei der Grundsteuer in Gelsenkirchen geändert?
Der neue Bescheid liegt auf dem Tisch. Die Zahl ist deutlich höher als im Vorjahr. Dabei hat sich an Ihrem Haus nichts geändert. Was ist passiert?
Die Stadt Gelsenkirchen hatte die Grundsteuer B zunächst aufgeteilt. Wohngrundstücke zahlten einen niedrigeren Satz, Gewerbe und unbebaute Grundstücke einen höheren. Jetzt gilt wieder ein Hebesatz für alle:
| Grundsteuer | vorher | aktuell |
|---|---|---|
| B – Wohngrundstücke | 696 % | 980 % |
| B – Nichtwohn- und unbebaute Grundstücke | 1.397 % | 980 % |
| A – Land- und Forstwirtschaft | 498 % | 605 % |
Der Rat hat die neuen Sätze in einer Sondersitzung beschlossen. Die Satzung gilt rückwirkend ab dem 1. Januar des Jahres, in dem der Rat sie beschlossen hat. Sie steht im Amtsblatt der Stadt Gelsenkirchen.
Mit dem neuen Grundsteuer-Hebesatz in Gelsenkirchen gilt für Eigentümer von Wohnungen und Mietshäusern: Die Grundsteuer steigt um rund 41 %. Gewerbe-Eigentümer zahlen dagegen weniger als vorher.
Warum der Wechsel? Das Urteil des Verwaltungsgerichts
Auslöser war eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen. Das Gericht hat in mehreren Verfahren entschieden: Unterschiedliche Hebesätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke verstoßen gegen die Steuergerechtigkeit. Betroffen waren neben Gelsenkirchen auch Essen, Bochum und Dortmund.
Wichtig: Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Das Gericht hat die Berufung zum Oberverwaltungsgericht NRW und die Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht zugelassen. Die Stadt hat deshalb erklärt, sie stelle „zumindest vorübergehend“ auf einen einheitlichen Hebesatz um.
Was heißt das für Sie? Der Hebesatz von 980 % gilt jetzt. Ob es dabei bleibt, hängt auch vom Ausgang der weiteren Verfahren ab. Planen Sie deshalb mit dem aktuellen Satz und behalten Sie die Nachrichten der Stadt im Blick.

So berechnen Sie Ihre Grundsteuer
Die Rechnung hat zwei Schritte. Den ersten macht das Finanzamt, den zweiten die Stadt.
- Finanzamt: Es setzt den Grundsteuerwert und daraus den Grundsteuermessbetrag fest. Diesen Betrag finden Sie im Messbescheid des Finanzamts Gelsenkirchen.
- Stadt: Sie multipliziert den Messbetrag mit dem Hebesatz. Das Ergebnis ist Ihre Grundsteuer pro Jahr.
Beispiel (frei gewählt): Ihr Messbetrag beträgt 80 €.
- vorher: 80 € × 696 % = 556,80 € im Jahr
- aktuell: 80 € × 980 % = 784,00 € im Jahr
- Mehrkosten: 227,20 € im Jahr, also knapp 19 € im Monat
Bei einem Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohnungen ist der Messbetrag höher. Entsprechend höher fällt der Anstieg aus.
Was Vermieter jetzt tun sollten
Die Grundsteuer gehört zu den umlagefähigen Betriebskosten (§ 2 Nr. 1 BetrKV). Sie dürfen sie also an Ihre Mieter weitergeben, wenn der Mietvertrag das vorsieht. Das Problem: Die Vorauszahlungen Ihrer Mieter sind noch auf den alten Satz berechnet.
- Abrechnung: Die höhere Grundsteuer kommt in die nächste Nebenkostenabrechnung. Rechnen Sie mit Nachzahlungen bei Ihren Mietern.
- Vorauszahlung anpassen: Nach einer Abrechnung dürfen Sie die Vorauszahlungen auf eine angemessene Höhe anpassen (§ 560 Abs. 4 BGB).
- Mieter informieren: Ein kurzer Hinweis vorab vermeidet Ärger, wenn die Nachzahlung kommt.
- Frist beachten: Die Abrechnung muss spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums beim Mieter sein (§ 556 Abs. 3 BGB).
Mehr zu den Fristen: Nebenkostenabrechnung: Fristen für Vermieter. Einen Überblick über Wasser, Müll und Abwasser gibt der Ratgeber Betriebskosten in Gelsenkirchen.
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Kostenlos und unverbindlich · Termine vor Ort in GelsenkirchenGrundsteuer in der Eigentümergemeinschaft
Viele Wohnungseigentümer fragen: Zahlt die WEG die Grundsteuer? Die Antwort: Nein. Jede Eigentumswohnung bekommt einen eigenen Grundsteuerbescheid. Der Eigentümer zahlt direkt an die Stadt. Die Grundsteuer steckt deshalb nicht im Hausgeld.
Für vermietende Wohnungseigentümer gilt trotzdem: Die Grundsteuer gehört in die Nebenkostenabrechnung für den Mieter. Die Verwaltung der WEG liefert die übrigen umlagefähigen Kosten aus der Jahresabrechnung. Die Grundsteuer ergänzt der Eigentümer selbst oder seine Mietverwaltung. Welche Teile des Hausgelds umlagefähig sind, steht im Ratgeber Welcher Teil vom Hausgeld ist umlagefähig?
Bescheid prüfen: Wer ist zuständig?
Bei Fragen zur Grundsteuer gibt es zwei Stellen. Wichtig ist, die richtige anzusprechen:
- Höhe des Hebesatzes und Grundsteuerbescheid: Stadt Gelsenkirchen, E-Mail grundbesitzabgaben@gelsenkirchen.de.
- Grundsteuerwert und Messbetrag: Finanzamt Gelsenkirchen, E-Mail Service-5319@fv.nrw.de.
Gegen Bescheide gibt es Rechtsbehelfe mit kurzen Fristen. Welcher Weg und welche Frist gelten, steht in der Rechtsbehelfsbelehrung am Ende des Bescheids. Ein Tipp aus dem Infoblatt der Stadt zum Grundbesitzabgabenbescheid: Prüfen Sie, ob sich Ihr Forderungskennzeichen geändert hat. Dann müssen Sie Dauerauftrag oder SEPA-Mandat anpassen.
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Wie hoch ist der Hebesatz der Grundsteuer B in Gelsenkirchen?
Der Hebesatz der Grundsteuer B in Gelsenkirchen beträgt aktuell einheitlich 980 %. Er gilt für Wohngrundstücke und für Nichtwohngrundstücke gleich. Die Satzung wirkt rückwirkend ab dem 1. Januar.
Warum ist meine Grundsteuer in Gelsenkirchen gestiegen?
Für Wohngrundstücke galt vorher ein Hebesatz von 696 %. Jetzt sind es 980 %, also rund 41 % mehr. Grund ist die Umstellung auf einen einheitlichen Hebesatz nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen.
Ist das Urteil zur Grundsteuer in Gelsenkirchen rechtskräftig?
Nein. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat die Berufung zum Oberverwaltungsgericht NRW und die Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht zugelassen. Die Stadt hat den einheitlichen Hebesatz deshalb ausdrücklich zumindest vorübergehend eingeführt. Der weitere Verlauf kann die Lage noch ändern.
Darf ich die höhere Grundsteuer auf meine Mieter umlegen?
Ja, wenn der Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht. Die Grundsteuer ist nach § 2 Nr. 1 BetrKV umlagefähig. Die Mehrkosten kommen in die nächste Nebenkostenabrechnung, danach können Sie die Vorauszahlung anpassen.
Zahlt die Eigentümergemeinschaft die Grundsteuer?
Nein. Jede Eigentumswohnung in Gelsenkirchen hat einen eigenen Grundsteuerbescheid. Der Wohnungseigentümer zahlt direkt an die Stadt. Die Grundsteuer ist deshalb kein Teil des Hausgelds.
Wie hoch ist die Grundsteuer A in Gelsenkirchen?
Die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Flächen hat in Gelsenkirchen aktuell einen Hebesatz von 605 %. Vorher lag er bei 498 %. Auch dieser Satz gilt rückwirkend ab dem 1. Januar.
Wo finde ich den Grundsteuermessbetrag?
Der Grundsteuermessbetrag steht im Messbescheid des Finanzamts Gelsenkirchen. Die Stadt muss diesen Betrag übernehmen. Fragen zum Messbetrag oder zum Grundsteuerwert richten Sie deshalb an das Finanzamt, Fragen zum Hebesatz an die Stadt.
Fazit
Die Grundsteuer in Gelsenkirchen ist für Wohngrundstücke deutlich gestiegen: Der Hebesatz beträgt 980 % statt 696 %, rückwirkend ab dem 1. Januar. Die zugrunde liegenden Urteile sind noch nicht rechtskräftig, der Satz gilt aber jetzt. Vermieter sollten Nachzahlungen einplanen, ihre Mieter informieren und die Vorauszahlungen anpassen. Wer das nicht selbst machen will, gibt die Abrechnung an eine Verwaltung ab.
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